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Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)

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Er ist nicht mal aus Afrika
und doch so braungebrannt.
Wo kommt er her? Ich dacht mir's ja:'
aus Pfefferkuchenland!
Hat Augen von Korinthen
und Mandeln drum und dran.

Wie schön ihn alle finden -
den Pfefferkuchenmann!

Er freut sich auf den Weihnachtsbaum,
da möcht er drunterstehn.
Den Lichterglanz - er glaubt es kaum -,
den will er sich besehn,
mit Augen von Korithen
und Mandeln drum und dran.
Wie herrlich wird er's finden -
der Pfefferkuchenmann!

Wär ich nur nicht solch Leckerschnut
und könnte widerstehn,
dann wär ja alles schön und gut,
wär alles gut und schön.
Wie wohl Korinthen schmecken?
Sind Mandeln ein Genuss?
Ich will ganz schnell mal lecken
am süßen Zuckerguss.

Und steht der Baum im Kerzenlicht,
und ist es dann soweit -
da fehlt doch wer, der sieht das nicht,
nun tut's mir selber leid.
Vernascht sind die Korinthen,
die Mandeln drum und dran ..
Er ist nicht mehr zu finden -
der Pfefferkuchenmann !



 smylie  LG Rolf

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von ehemaliges Mitglied am 19.12.2007 um 18:44 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:4

letzter direkter Beitrag:.. um Uhr

Anzahl Themenbeiträge:13 (Nur direkte Beiträge anzeigen)

letzter Themenbeitrag:14.12.2008 um 18:52 Uhr

 

 

 
 

Weihnachten 1946

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RE: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-) (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 19.12.2007 18:44 Uhr

Beim aufräumen habe ich dieses Gedicht gefunden.

zartbesaitete Seelen bitte nicht lesen!!!!!

Gleich nach dem Kriag im 46er Jahr,
hat`s no nix zum essen gehm und des ist wahr!
Da war ja des scho allerhand
wennst mit an Bauern warst verwandt.
Nicht zu verachten war da a
a Onkel aus Amerika.
Wer des ned woaß, der sei jetzt stad,
denn mei Gschicht is gar net fad.

Am Heilig Abend, i schrei hurra,
a Packl aus Amerika.
von unsrer lieben Tante Ros`n
gefüllt mit hoffnungsvollen Dosen.
I reiß glei auf und reck mein Hois,
ohm auf drauf glei drei Pfund Schmoiz,
a Kilo Bohnakaffee, schau
a große Dosen mit kakau,
un nebendro, ach du guate Seel,
a Bichsn nit Olivenöl
a ganze Dos`n Reis,
zwoa Kilo Mehl
wia Schnee so weiß.

Des alles schrieb die Tante Ros`n
höchst eigenhändig auf die Dose`n.
Bloß von da Weißblechdos`n unten,
da war des Zetterle verschwunden.
Wos kannt jetzt in der Dos`n sei?
Steckst halt amoi dei Nos`n nei!
Uns hob`s probiert, glei a paar moi
des Pulver war geruchsneutral.
Des war ned sauer, war net süß,
hat g`schmeckt wie eingeschlafne füß.

so ham ma uns den Kopf zerbrochen,
was kann man aus dem Pulver kochen?
Mei Frau moant, des kannt a Schmankerl sei,
da koch ma jetzt amoi an Brei,
und haut q glei mit Milch und Ei
des Pulver in die Pfanna nei.
Befolgt den Rat der Oma
gibt dazu a prise Zimtaroma,
rührts glattan mit etwas Schmalz
dazu kummt no a Prise Salz-
und mit a Einbrenn und an Zwiebel
hats`s wirklich gschmeckt-gar net übel.

Ihr lieben Leit, scho drei Tag drauf
klärt mit am Brief sich alles auf,
und Schuld dran is a schwacher Trost,
waren bloß die Schlamper von da Post.
Die Tante Ros`n schrieb: Ihr Lieben,
ich schick euch ein paket nach drüben
mit lauter schönen guten Sachen
ich hoff dass sie euch Freude machen.

Nur was Ihr leider noch net wißt,
dass Onkel Schorsch verstorben ist.
Er war -trotz seiner 80 Jahr
a echter Bayer, is fei wahr!
Drum will seinen letzten Wunsch verkünden
dahoam will er sei Ruhstatt finden.
und so sei es wie es ist,
setzt ihn in aller Stille bei.
Sei Asche is in der Weißblechdos`n,
in stiller Trauer Tante Ros`n.

Und so ham mir, werd`s nie vergessen
an Weihnachten unsern Onkel gess`n.


Verfasser ist mir leider unbekannt.

Gruß Mona_muc







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von ehemaliges Mitglied am 20.12.2007 um 16:49 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:3 (Beiträge anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:21.12.2007 21:07 Uhr

 

 

 
 

Och, wer weiss

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RE: Weihnachten 1946 (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 20.12.2007 16:49 Uhr

ob wir nicht auch schon so manchen Verwandten im Aschkuchen verspeist haben....*feix*


rosaliie

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von ehemaliges Mitglied am 20.12.2007 um 17:37 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:1 (Beitrag anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:20.12.2007 17:40 Uhr

 

 

 
 

Sorry....

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RE: Och, wer weiss (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 20.12.2007 17:37 Uhr

für mein unethisches Verhalten, aber ich habe bisher nicht gewusst, was ein Aschkuchen ist.
Nach dem Stöbern habe ich das Rezept entdeckt.

Das ist ein Kartoffelkuchen...und da kämen nur die Verwandten mit ner großen Knolle in Frage... smylie 


http://www.kirchenweb.at/kochr


rosaliie

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von ehemaliges Mitglied am 20.12.2007 um 17:40 Uhr  Legende ausblenden

Auf diesen Beitrag wurde noch nicht geantwortet.

 

 

 
 

zartbesaitete Seelen bitte nicht lesen!!!!!

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RE: Weihnachten 1946 (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 20.12.2007 16:49 Uhr

Also, zunächst muss ich mal noch Luft kriegen vor Lachen :-))

Hast Du vielleicht noch sowas schönes ?????

 smylie  DANKE sagt Rolf :-)

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von ehemaliges Mitglied am 21.12.2007 um 17:46 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:2 (Beiträge anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:21.12.2007 19:29 Uhr

 

 

 
 

Naja, wenn wir schon bei der Knolle sind

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RE: zartbesaitete Seelen bitte nicht lesen!!!!! (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 21.12.2007 17:46 Uhr

übrigens im altdeutschen auch als Gesichtserker bezeichnet.
Dann frage ich mich nur, wie eine Gesichts-Terrasse aussehen würde.....

nun, schnüffeln wir erst einmal lyrisch weiter....



Nasen

Sie ragen etwas in die Luft
und sie erschnüffeln jeden Duft.
Wenn wir sie nicht hätten,
würden sich die Gesichter glätten.

Die Nase, wie sie nun mal ist
bestimmt den Ausdruck im Gesicht.
Für Nasen gibt es keine Normen,
es gibt sie in vielen Formen.

Bei Charless de Gaulle sah es aus,
stets eine Nasenlänge voraus.
Ob man erwachsen oder Kind,
jedem sie gewachsen sind.

Mit Sport haben sie nichts im Sinn,
doch laufen sie und das ist schlimm.
Mancher Mensch hat viel Gespür
und 'ne Nase stets dafür.

Verstopfte Nasen sind nicht gut.
Manchmal läuft aus ihnen Blut.
Sie sind kurz, lang, dick und dünn,
Sogar Haare wachsen drin.

Gibt es einmal Krach im Haus,
dann halt die Nase schön heraus,
sonst bricht man dir das Nasenbein,
dazu braucht man kein Boxer sein.


Karl-Heinz Fricke




Quelle:
http://www.e-stories.de/gedich

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von ehemaliges Mitglied am 21.12.2007 um 19:17 Uhr  Legende ausblenden

Auf diesen Beitrag wurde noch nicht geantwortet.

 

 

 
 

Extra für Rolf...Schüleraufsatz Apfent...

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RE: zartbesaitete Seelen bitte nicht lesen!!!!! (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 21.12.2007 17:46 Uhr

Apfent....
Der Apfent ist die schönste Zeit vom Winter.
Die meisten Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber
Mir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt sie mit K.

Drei Wochen bevor das Christkindel kummt, stellt Vater die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen.

Viele Krippen sind langweilig, aber unsere nicht,weil wir haben mords tolle Figuren darin.
Ich habe einmal den Josef und das Christkind auf den Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und da war es ihnen aber zu heiß.
Das Christkindel ist ganz schwarz geworden und den Josef hat es in lauter Trümmer zerissen.

Meine Mama hat geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.

Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus.
Abe ich habe gottseidank viele Figuren in meiner Spielkiste und der Josef ist jetzt Donald Duck.
Als Christkindl wollte ich den Asterix nehmen, weil der als einziger so klein ist, dass er in den Futtertrog gepasst hätte.
Da hat meine Mama gesagt, es wäre das verbrannte Christkindl besser als der Asterix. Es ist zwar schwarz aber doch ein Christkindl.

Hinter dem Christkindl stehen zwei Oxen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier.
Das Nilpferd und den Brontosaurier habe ich hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren mir allein zu langweilig.

Links neben dem Stall kommen gerade die Heiligen drei Könige daher. Ein König ist dem Papa im letzten Apfent heruntergefallen und war dodal hin.
Jetzt haben wir zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz.
Hinter den drei Heiligen sind ein paar Indianer und ein kaasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuß abgebrochen, darum habe ich ihn auf ein Motorad gesetzt, damit er sich leichter tut.
Mit dem Motorad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.
Rechts neben den Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt, einen Wolf haben wir nicht, darum lurt hinter dem Baum ein kleiner Stier als Ersatzwolf hervor.

Am Abend schalten wir die Lampe an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön.
Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Apfent gelernt und es geht so: "Apfent, Apfent, der Bärwurz brennt. Erst trinkst oan, dann zwoa, drei vier, dann haust mit deim Hirn an de Tür!"

Obwohl dieses Gedicht sehr schön ist, hat Mama gesagt, dass ich es mir nicht merken darf.

Bis man schaut ist der Apfent vorbei und die Geschenke ausgepackt und man kriegt bis Ostern nichts mehr, höchstens wenn man vorher Geburtstag hat.

Aber eins ist gwies: Der Apfent kommt immer wieder.


Wer auch immer dies geschrieben hat, mir gefällts.
Lieben Gruß Mona_muc

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von ehemaliges Mitglied am 21.12.2007 um 19:29 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:1 (Beitrag anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:22.12.2007 15:02 Uhr

 

 

 
 

nicht beim aufräumen gefunden...

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RE: Weihnachten 1946 (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 20.12.2007 16:49 Uhr

 smylie  Mit dem Schnee kamen die Tränen - Erzählungn- Teil 1

von Annegret Kronenberg

Es war Anfang Dezember 1944, der letzte Kriegswinter. Vor Kälte schlotternd, mit rotgefrorenen Wangen, stürmte ich ins Haus, um mich ein wenig aufzuwärmen. Als ich händereibend die sonst so heimelige Wohnküche betrat, schlug mir eine ungewohnte Kälte entgegen. Etwas Bedrückendes lag in der Luft.

Statt meiner Mutter stand eine Nachbarin am Küchenherd und machte sich dort zu schaffen. Meine Mama, die hochschwanger war, saß mit ihrem unförmigen Leib am Küchentisch und hatte den Kopf auf ihre Hände gestützt. Beide Frauen schnupften und weinten in ihre Taschentücher. Erschreckt lief ich zu meiner Mutter und fragte sie: »Mama, warum weinst du?« Sie brachte kein Wort heraus, nahm mich nur schweigend in ihre Arme und drückte mich fest an sich. Ich spürte, wie ihr Leib von ihrem heftigen Schluchzen erschüttert wurde und ihre heißen Tränen meine kleinen, verfrorenen Hände netzten. Ungeduldig bohrte ich weiter: »Sag´ doch, Mami, was ist geschehen?« Da nahm mich die Nachbarin zur Seite und erklärte mir, es sei ein Päckchen mit einem Brief angekommen, in dem uns mitgeteilt wurde, dass mein Vater in Polen gefallen sei und sie deshalb so traurig wären. Diese Worte trafen mich wie Peitschenhiebe.

Dass Soldaten im Krieg fielen, war etwas, das man jeden Tag zu hören bekam. Ich hatte mir nie viel Gedanken darüber gemacht. Jetzt wurde mir zum ersten Mal bewusst, was das bedeutete. Mein geliebter Vater war tot, in Polen gefallen. Mit Polen brachte ich sofort Kälte, Schnee und Grausamkeiten in Verbindung. Irgendwann hatten Flüchtlinge, die einmal kurz bei uns untergebracht waren, davon erzählt. Aber "gefallen", das hieß doch, mein Papa würde nie wieder zu uns zurückkehren. Mein Papa, der Fremde. Gerade in seinem letzten Fronturlaub hatte ich ihn liebgewonnen, hatte begriffen, was Papa hieß.

Vor seiner letzten Abreise hatte er auf dem Bahnsteig meiner Mutter die bange Frage gestellt: »Was meinst du, werde ich zurückkommen?« Und Mutter hatte ganz spontan erwidert: »Natürlich kehrst du zu uns zurück!« Wieso konnte dann so etwas Furchtbares geschehen? Es konnte doch nicht auf einmal alles vorbei sein. Und mein langersehntes Geschwisterchen, er würde es gar nicht sehen können. In meinem kleinen Kopf schwirrten die Gedanken wie aufgescheuchte Vögel durcheinander.

Dann fiel mein Blick auf das offene Päckchen auf dem Küchentisch. Ein Feldpostpäckchen, wie ich es schon häufig gesehen hatte. Obenauf lag aufgeschlagen Vaters Brieftasche. Ich sah darin ein Foto von meiner Mutter und mir. Es war, wie die Brieftasche, durchschossen und total mit angetrocknetem Blut verschmiert. Ich wagte nicht, es anzurühren. Mir war ganz übel, ich fühlte mich elend und allein. Meine Augen füllten sich mit Tränen. Wie betäubt stellte ich mich ans Fenster und starrte in den weißen Schnee, in dem ich gerade noch so fröhlich getobt hatte.



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von ehemaliges Mitglied am 21.12.2007 um 21:07 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:1 (Beitrag anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:21.12.2007 21:09 Uhr

 

 

 
 

nicht beim aufräumen gefunden...

antworten

RE: nicht beim aufräumen gefunden... (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 21.12.2007 21:07 Uhr

Teil. 2

Wie schön hatte der Tag doch begonnen! Schon in der Nacht hatte es zu schneien angefangen, und am Morgen fielen immer noch dicke Flocken vom Himmel. »Es schneit, es schneit!« hatte ich ausgelassen durch das Haus gejubelt und vor Freude in die Hände geklatscht. Im Nu hatte ich mich warm eingemummelt und mich mit meinem Dackel in die weiße Pracht gestürzt. Der Hund hatte sich erst an die veränderte Landschaft gewöhnen müssen. Mit seiner langen Schnauze hatte er sich wie besessen durch die weiße Masse gepflügt.

Aus der Scheune hatte ich unter altem Gerümpel meinen Schlitten hervorgeholt. Er stammte noch aus Vaters Kindertagen. Mit Schmirgelpapier hatte ich die verrosteten Kufen ein wenig blankgerieben und Heidewitzka! Auf ging´s! Inzwischen hatten sich meine Freundinnen aus der Nachbarschaft eingefunden, und wir vergnügten uns in dem Schneegestöber. Es war ein besonders ruhiger Vormittag gewesen, ohne Fliegeralarm und beängstigenden Flugzeuggeräuschen in der Luft.

Natürlich hatten wir auch einen großen Schneemann gebaut. Um ihn mit Augen, Mund und einer Knopfleiste auf dem Bauch auszustatten, hatten wir ein paar Kohlen stibitzt, die damals Mangelware waren. Als Nase hatte eine lange, rote Rübe gedient. Dann fehlten ihm nur noch Hut und Schal. Durch die Hintertür hatte ich mich ins Haus geschlichen und heimlich aus Vaters Kleiderschrank diese Utensilien besorgt. Ein Reiserbesen wurde ihm noch in den Arm gelegt, und wir besaßen den schönsten Schneemann, den man sich nur vorstellen konnte. Vergnügt und übermütig waren wir um ihn herumgetanzt, wie um ein goldenes Kalb.Da stand er nun, der schöne Schneemann. In meiner kindlichen Phantasie sah ich plötzlich neben ihm meinen Vater regungslos in einer riesigen Blutlache liegen. Mein großer, starker Vater, ganz hilflos und ganz allein. Das Gesicht des Schneemannes verformte sich plötzlich zu einer hämisch grinsenden Fratze. In diesem Moment verwandelte er sich für mich zum Mörder meines Vaters. Mir graute vor ihm und dem Schnee. Ein Schaudern zuckte durch meinen Körper, und ich begann fürchterlich zu frieren. Unterdessen waren im Haus die nächsten Verwandten eingetroffen, die man zwischenzeitlich benachrichtigt hatte. Dazu gehörte auch mein Großvater väterlicherseits. Er war ein stattlicher Mann mit eisernen Prinzipien. Auf mich wirkte er stets unnahbar und konnte mir nie ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.

Für meinen Großvater war mit dem Tod meines Vaters eine Welt zusammengebrochen. Sein Lebenstraum war zerplatzt wie eine Seifenblase. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er laut jammernd und in sich zusammengesunken durch die Wohnstube hastete und mit seiner kräftigen Stimme immer wieder die Worte hervorstieß: »Das überlebe ich nicht!« Die Bedeutung dieser Worte ist mir damals nicht bewusst geworden, aber sein lautes Geschrei und seine Unbeherrschtheit, die ich nie von ihm erwartet hätte, erschreckten mich und machten mir Angst.

Mit meinem Hund verkroch ich mich, wie ein verängstigtes Reh, in eine stille Zimmerecke und versuchte, mit meinem Schmerz fertig zu werden. Ich kuschelte mich an das Tier und weinte meine bitteren Tränen in sein weiches Fell. Er spürte meine Traurigkeit und gab mir das Gefühl, verstanden zu werden.

Seit diesem schrecklichen Tag bekam ich immer eine Gänsehaut, wenn der erste Schnee fiel. Ich glaube sogar, dass ich noch heute im Schnee stärker friere als andere Menschen.

 smylie  L.G.
Biggi

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von ehemaliges Mitglied am 21.12.2007 um 21:09 Uhr  Legende ausblenden

Auf diesen Beitrag wurde noch nicht geantwortet.

 

 

 
 

Der Apfent ist die schönste Zeit vom Winter.

antworten

RE: Extra für Rolf...Schüleraufsatz Apfent... (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 21.12.2007 19:29 Uhr

Wundervoll!!!!! Für mich besonders deshalb, weil aus meinen Erinnerungen ein Schulkamerad heraufgestiegen ist, der mit mir die ersten Klassen der "Volksschule" (so hiess das damals) besuchte, und aus dessen Feder das durchaus hätte stammen können :-)))

Die "Volksschule an der Wilhelmstrasse" hiess sie damals - vielleicht kennst Du sie ja :-)

DANKE, das kam eben zur rechten Zeit !

Herzliche Grüsse von Rolf  smylie 

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von ehemaliges Mitglied am 22.12.2007 um 15:02 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:1 (Beitrag anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:23.12.2007 10:23 Uhr

 

 

 
 

Volksschule...Rolf

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RE: Der Apfent ist die schönste Zeit vom Winter. (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 22.12.2007 15:02 Uhr

ja so hieß es früher. ich bin in einem kleinen bayrischen dorf aufgewachsen und der schreibstil ist auch mir durchaus bekannt.

einige unserer mitschüler aus bauernfamilien schrieben so wie sie eben auch umgangssprachlich unterwegs waren.

einfach wundervoll, ohne schnörkel nur geraderaus, wie sie eben auch dachten.

lieben gruß ...mona

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von ehemaliges Mitglied am 23.12.2007 um 10:23 Uhr  Legende ausblenden

Auf diesen Beitrag wurde noch nicht geantwortet.

 

 

 
 

Vom Honigkuchenmann

antworten

RE: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-) (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 19.12.2007 18:44 Uhr

Keine Puppe will ich haben -
Puppen gehn mich gar nichts an.
Was erfreu´n mich und kann laben
Ist ein Honigkuchenmann.
So ein Mann mit Leib und Kleid
Durch und durch an Süßigkeit.

Stattlicher als eine Puppe
Sieht ein Honigkerl sich an,
Eine ganze Puppengruppe
Mich nicht so erfreuen kann.
Aber seh ich recht dich an,
Dauerst du mich, lieber Mann.

Denn du bist zum Tod erkoren -
Bin ich dir auch noch so gut,
Ob du hast ein Bein verloren,
Ob das andre weh dir tut:
Armer Honigkuchenmann,
Hilft dir nicht, du mußt doch ran.


( Hoffmann von Fallersleben)


sunnymoon

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von ehemaliges Mitglied am 23.12.2007 um 16:50 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:1 (Beitrag anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:27.12.2007 15:10 Uhr

 

 

 
 

Auch im IN gefunden....

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RE: Vom Honigkuchenmann (Forum: Weihnachten und Advent - Thema: Weihnachtliche Fundsache aus dem netz :-)) von ehemaligen Mitglied am: 23.12.2007 16:50 Uhr

Der Trollkönig

Wer postet und streitet bis spät in die Nacht?
Es sind die Trolle, es ist viertel vor acht.
Sie treiben sich ´rum, vor allem bei Heise,
gerade schreibt einer:"LINUX ist scheiße!"

Mein Poster, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Ja siehst du denn dieses Posting hier nicht?
Völlig daneben und von Sinn ganz befreit?
Mein Poster, sei ruhig, ein Troll macht sich breit.

"Mein liebes Windows komm zu mir!
Alle Sachen gehn mit dir;
vollkommen sicher und professioneller,
Alles geht mit dir tausendmal schneller!"

Mein Freund, sag´ an, soll ich nicht widersprechen?
Bei diesem Posting muß ich doch brechen!
Mein Poster, mein Poster bleibe ruhig und besonnen,
ein Troll hat sich wieder mal ausgesponnen.

"SCO hat recht! Unser Retter McBride!
Endlich mal einer der gerecht und gescheit!
Leute ich sag es und hört meine Kunde,
mit LINUX geht die freie Welt vor die Hunde!"

Mein Freund, mein Freund und siehst du nicht dort?
Der geistige Dünnschiss, er schreitet hier fort!
Mein Poster, mein Poster ich seh es genau,
ein besoffener Troll und vollkommen blau.

"Ich liebe dich Windows, deine schöne Gestalt;
und LINUX, ich sag´s euch, wird nicht mehr sehr alt"!
Mein Freund, mein Freund, ich sag es verbittert!
Ich muß jetzt mal posten, der Troll wird gefüttert.

Dem Freunde grauset´s, Nein! Tu es nicht!
Umarmt den Poster, der ganz blass im Gesicht.
Er kann ihn trösten mit Mühe und Not;
und endlich, endlich: Der Thread färbt sich rot.


sunnymoon

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von ehemaliges Mitglied am 27.12.2007 um 15:10 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:1 (Beitrag anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:14.12.2008 18:52 Uhr

 

 

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