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Schäffler verspekuliert oder rettungsbedürftig?

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Die Forderung des fränkischen Automobilzulieferers Schaeffler nach einer Bürgschaft in Milliardenhöhe stößt in der CDU auf Widerstand. „Schaeffler ist kein Fall für den Deutschlandfonds. Die haben sich mit der Übernahme von Continental verspekuliert“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der den 100-Milliarden-Euro-Deutschlandfonds zur Hilfe von in Schieflage geratenen Unternehmen angeregt hatte, dem Magazin „Focus“.

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von ehemaliges Mitglied am 24.02.2009 um 15:40 Uhr  Legende ausblenden

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letzter Themenbeitrag:26.02.2009 um 20:19 Uhr

 

 

 
 

hey Rosaliie

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RE: Schäffler verspekuliert oder rettungsbedürftig? (Forum: Tagespolitik - Thema: Schäffler verspekuliert oder rettungsbedürftig?) von ehemaligen Mitglied am: 24.02.2009 15:40 Uhr

hier hätte ich auf deinen Beitrag gewartet.

Schäffler hat Continental übernommen aufgrund welcher wirtschaflichen Berechnung oder Prognose auch immer.
Wäre es positiv verlaufen, hätte Frau Schäffler den Gewinn eingesteckt und wäre die Unternehmerin des Jahres gewesen.
Nach dem negativen Verlauf muss sie doch erstmal mit ihrem eigenen Vermögen ihre damalige Entscheidung absichern und nicht nach Staatshilfe rufen

oder seh ich das falsch?

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von ehemaliges Mitglied am 26.02.2009 um 13:55 Uhr  Legende ausblenden

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Letzter direkter Beitrag:26.02.2009 20:18 Uhr

 

 

 
 

Nein,Sokratessa

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RE: hey Rosaliie (Forum: Tagespolitik - Thema: Schäffler verspekuliert oder rettungsbedürftig?) von ehemaligen Mitglied am: 26.02.2009 13:55 Uhr



Du siehst es völlig richtig.

So leid es mir für die Mitarbeiter tut, diese Unternehmen darf keine Staatsknete erhalten.Wer Jahrelang die Gewinne einsteckt ohne größere Rücklagen zu bilden und bei Verlusten nach dem Steuerzahler schreit,ohne sein Privatvermögen einzubringen,der muss leider Konkurs anmelden.Hier eine kleine Abhandlung von mir zum Thema

Das Problem Schaeffler ist diffizil. 220.000 Arbeitsplätze sind in der Tat eine Größenordnung, über die es gilt nachzudenken und jede realistische Chance zur Rettung von Arbeitsplätzen ist sicherlich zu nutzen.- Wobei die Betonung auf „realistisch“ liegt!

Die Schulden von Schaeffler und Conti betragen zusammen über 22 Mrd.. Der Schuldendienst (nur Zinsen, ohne Tilgung!) läge, bei nur 6 %iger Verzinsung, bereits bei 1,3 Mrd. jährlich! (Die Kredite des Bundes sind im Übrigen mit 9 % zu verzinsen!)

Die Schaeffler Gruppe hat mit Conti zusammen in besten Zeiten (2007), gerade mal 25,5 Mrd. Euro Umsatz generiert! D.h., selbst unterstellend, dass die Schaeffler Gruppe und Conti wieder tiefschwarze Zahlen erwirtschaften würden - was eingedenk der Strukturkrise in der Automobilbranche eher unrealistisch erscheint, ist ein Rettungsszenario (ohne Insolvenz, Zerschlagung und Veräußerung von Konzernteilen) kaum mehr denkbar!

Wobei wahrscheinlich die Insolvenz, und der Verkauf von Konzernteilen, noch in der Lage wäre einen Teil der Arbeitsplätze zu retten. Für Schaeffler gilt aus meiner persönlichen Sicht: „Aus die Maus“.

Im Übrigen muss man sich der ordnungspolitischen Frage stellen: Wenn wir uns für die Rettung von Schaeffler einsetzen, was machen wir mit dem nächsten, der an die Tür klopft?- Und es werden mit Sicherheit noch viele anklopfen!

Das meint Dio

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von ehemaliges Mitglied am 26.02.2009 um 15:22 Uhr  Legende ausblenden

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So leid es mir für die Mitarbeiter tut

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RE: hey Rosaliie (Forum: Tagespolitik - Thema: Schäffler verspekuliert oder rettungsbedürftig?) von ehemaligen Mitglied am: 26.02.2009 13:55 Uhr

Im ersten Moment habe ich gedacht, ich habe einen Augenfehler.

220.000 Arbeitsplätze, aus denen mit Familien ,die ja auch betroffen sind, ruck zuck 500000 Menschen werden und dann "so leid es mir für die Mitarbeiter tut"?
Hallo!!!
Ist zwischen den Ohren noch irgend jemand zu Hause oder wenigstens ein Notlicht an?

Hallo Sokratessa,
Schuldigung, der obige Teil ist nicht für dich, aber bei soviel "Menschenverachtung" kriege ich einfach "nen dicken Hals".
 smylie 

Es wird von manchen Politikern und Gewerkschaftern kritisiert und das zu Recht, es könne nicht Aufgabe des Staates sein, das Privatvermögen der Familie Schaeffler zu schützen.
Das wäre auch eine bodenlose Frechheit.
Aber es geht um ca. 500000 Menschen (ca. 100000 in Deutschland), welche nicht auch noch der Allgemeinheit zur Last fallen dürfen.
Wie man mit dem Privatvermögen „Der Hasardeure von Herzogenaurach“ verfährt, ist ein ganz anderes Thema.

Lassen muss man es ihnen ja nicht unbedingt.

Sie können sich ja weiterhin an ihren diversen Auszeichnungen und Ehrungen erfreuen.  smylie 

Maria-Elisabeth Schaeffler wurde 2001 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, 2003 der Bayerische Verdienstorden und 2007 das Verdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Sie ist Trägerin zahlreicher weiterer Auszeichnungen, darunter der Ehrenbürgerwürde der Städte Höchstadt an der Aisch (2002) und Herzogenaurach (2006), Bühl (Baden) (2008), der koreanischen Provinz Jeollabuk (2005) und der chinesischen Stadt Taicang (2007). 2008 erhielt sie das Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.

Den Einsatz des eigenen Vermögen betrachte ich jedenfalls als Eigenverantwortung.

Glaubt man der offiziellen Firmengeschichte, die mit dem Jahre 1946 beginnt, ist die Schaeffler-Gruppe erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, in den Trümmern des zerbombten Deutschlands. Blickt man hinter die Kulissen, entdeckt man aber schnell, dass auch der sagenhafte Aufstieg der Schaefflers nicht bei Null begann. Wie so viele andere Unternehmer auch, konnten die Gebrüder Schaeffler auf einem Grundstock aufbauen, der aus Zeiten stammt, über die man heute nicht so gerne spricht.  smylie 
Firmenmitgründer Wilhelm Schaeffler verdiente im Dritten Reich sein Geld damit, für die Dresdner Bank "Wirtschaftlichkeitsprüfungen" zu erstellen. 1939 stieß er bei seinen Prüfungen auf die Davistan-Werke im oberschlesischen Katscher, ein Großunternehmen, das zuvor der jüdischen Familie David gehörte und seit der "Arisierung" von einem Bankenkonsortium verwaltet wurde. Der Bankangestellte Wilhelm Schaeffler übernahm das Unternehmen und gab ihm den Namen "Schaeffler AG". "Davistan" war zu jener Zeit ein denkbar unpopulärer Name, erinnerte er doch stets an den "Davidsstern", und somit an die enteigneten Vorbesitzer. Wie ein Bankangestellter den Kauf eines vier Werke umfassenden Unternehmens finanzieren konnte, ist bis heute unbekannt
Als im Januar 1945 die Rote Armee auf Oberschlesien vormarschierte, ließen die Schaefflers in 40 Eisenbahnwaggons ihre Maschinen und ihre wichtigsten Angestellten nach Franken bringen.
Fortsetzung in Teil II
 smylie 

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von ehemaliges Mitglied am 26.02.2009 um 20:18 Uhr  Legende ausblenden

Anzahl direkter Beiträge:1 (Beitrag anzeigen)

Letzter direkter Beitrag:26.02.2009 20:19 Uhr

 

 

 
 

Teil II

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RE: So leid es mir für die Mitarbeiter tut (Forum: Tagespolitik - Thema: Schäffler verspekuliert oder rettungsbedürftig?) von ehemaligen Mitglied am: 26.02.2009 20:18 Uhr

Im Jahre 2008 änderte sich die Firmengeschichte der Schaeffler-Gruppe grundlegend. Aus dem Familienbetrieb sollte ein Global-Player werden. Um dies zu verwirklichen, wollte Maria-Elisabeth Schaeffler den dreimal so großen Dax-Konzern Continental AG übernehmen – der Plan erhielt von der Opernfreundin Maria-Elisabeth den Namen "Operation Mozart". Die feindliche Übernahme gestaltete sich wie ein Wirtschaftskrimi. Sobald ein Investor auf mehr als 5% Aktien eines Unternehmens Zugriff hat, ist dies publizierungspflichtig. Da in einem solchen Falle meist die Aktienkurse des zu übernehmenden Unternehmens in die Höhe schnellen, was die Übernahme verteuert, umging die Schaeffler-Gruppe die gesetzlichen Regularien und bewegte sich damit in einem Graubereich der Legalität. Man ließ über verschiedene Banken Optionsgeschäfte laufen, bei denen die Anteile jeweils unter 5% lagen.

Wenn man Maria-Elisabeth Schaeffler über ihren Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden reden hört, könnte man glauben, sie sei nur ein Opfer der Umstände. Nicht sie, ihre Großspurigkeit oder mangelnde Risikoabschirmung, sondern die Finanzkrise sei schuld an der desolaten Lage des Konzerns.

Wollte Schaeffler eigentlich nur knapp 50% der Conti-Aktien in seinen Besitz bringen, saß die Gruppe Ende September auf 90% der Conti-Aktien – wobei sie für die meisten Aktien stolze 75 Euro bezahlen musste (Wert der Conti-Aktie 15€). Diese Übernahmeschlacht hat die Schaefflers runde 11 Mrd. Euro gekostet – finanziert von einem Bankenkonsortium, mit der Commerzbank an der Spitze.

Zusammen mit Continental stehen einem Firmenwert von rund 4,5 Mrd. Euro demnach stolze 22 Mrd. Euro Verbindlichkeiten gegenüber. So etwas könnte man beschönigend "negatives Eigenkapital" nennen. Dies ist vor allem ein Problem für die Banken, die bei ihrer Kreditvergabe als Sicherheit den Wert der Unternehmen bemessen hatten.

Auf der Liste der Reichsten weltweit des Forbes Magazine wurden Mutter und Sohn Schaeffler 2007 mit einem geschätzten Vermögen von 8,7 Milliarden US-Dollar auf Platz 78 geführt, 2008 stehen sie mit geschätzten 8,5 Milliarden Dollar auf Platz 104.
Also rund 4,5 Mrd.€.
Die Schulden von Schaeffler und Conti betragen zusammen über 22 Mrd..
Bleibt immernoch ein bescheidener Rest von ca. 18 Mrd.€!

Wenn es denn stimmen würde.

Aber bei der Schaeffler-Gruppe liegt kein kurzfristiger Liquiditätsengpass vor, wie es das Unternehmen der Öffentlichkeit weismachen will, sondern eine tendenzielle finanzielle Schieflage.
Analysten zufolge brauchen die Franken nun vier bis fünf Milliarden Euro und dafür reicht das Privatvermögen der Schaefflers allemal.

Die listige Witwe übt sich derweil in Schadensbegrenzung und Understatement. 20.000 Mitarbeiter wurden bereits in Kurzarbeit geschickt und Frau Schaeffler bittet den Staat um Hilfe. Mit Steuergeldern soll die Existenz des Unternehmens gesichert werden.

Wenn die Gruppe die Zinsen nicht mehr bedienen kann, was Analysten zufolge Mitte des Jahres eintreten dürfte, gehen ihre Anteile an die Banken über. Dann wird nämlich ein sogenannter Debt-Equity-Swap (Umwandlung von Bankkrediten in Beteiligungskapital) fällig, die Banken erlassen Schulden und bekommen dafür das Unternehmen übereignet. Dabei ist die größte Gläubigerbank die Commerzbank, die bereits zu einem Teil dem Steuerzahler gehört. Da das Unternehmen im Kern gesund ist, wird sich dann schon ein Weg finden, die Arbeitsplätze zu sichern – nur ohne Familie Schaeffler!

Wie gewonnen, so zerronnen!

Liebe Grüße
der Eissendorfer  smylie 

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von ehemaliges Mitglied am 26.02.2009 um 20:19 Uhr  Legende ausblenden

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