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Kriegskinder - Erinnerungen

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Meine Erinnerungen sind im Wesentlichen auf die Lebensbedingungen im östlichen Teil von Berlin beschränkt, weil ich dort geboren, aufgewachsen und bis jetzt dort auch immer noch lebe.

Dass nach dem Krieg Deutschland, durch die Siegermächte in vier Zonen und Berlin in vier Sektoren aufgeteilt worden sind, habe ich als Kind wohl als gegeben in mein Bewusstsein aufgenommen, ebenso dass später aus den Westzonen die Bundesrepublik Deutschland. (BRD) und aus dem sowjetisch besetzten Teil Deutschlands die Deutsche Demokratische Republik (DDR) entstanden sind.

Berlin, das bis dahin immer Hauptstadt Deutschlands gewesen war, wurde zu einem politischen Monstrum. Die drei Sektoren der Westmächte wurden formal zu einem Bundesland der BRD, während der Ostsektor de facto in Hauptstadt der DDR umgewandelt wurde.

Es gab damals zwei Verwaltungen in Berlin, den Senat und den Magistrat, sowie zwei Währungen nämlich DM und Mark. Das gab es nirgendwo anders auf der Welt und es stellte darum auch besondere Anforderungen an seine Bewohner.
Westberlin wurde zum "Pfahl im Fleische der DDR", wie es so schön formuliert wurde. Über die offenen Sektorengrenzen verließen die Menschen massenhaft den Machtbereich des "Arbeiter- und Bauern-Staates", um der staatlichen Gängelei zu entgehen und ein Leben mit demokratischen Freiheiten zu führen.

So oder so ähnlich kennen es die meisten Nichtberliner wohl aus den öffentlichen Medien und durch andere Dokumentationen. Wie viele aber wissen etwas darüber, wie diese großen politischen Ereignisse die Lebensverhältnisse in der Stadt veränderten und die familiären und sonstigen Beziehungen seiner Bewohner beeinflussten?

Ich erinnerte mich noch gut an die Wechselstube am Gesundbrunnen, wo man je nach Wechselkurs für DM viel Mark bekam oder umgekehrt viel Mark einzahlen musste.
Etwas weiter war an der Ecke das Kino "Lichtburg" und von den Telefonzellen gegenüber, da konnte man sich für Ostgeld in das Westberliner Telefonnetz einwählen.
Die Westberliner nutzten den günstigen Wechselkurs für preiswerte Friseurbesuche, nahmen andere Dienstleistungen in Anspruch, erwarben Konsumgüter oder besuchten kulturelle Einrichtungen in Ostberlin.
Den Ostberlinern wurden für kulturelle Einrichtungen in Westberlin Preisnachlässe gewährt, aber für die begehrten, modischen Konsumartikel, mussten sie tief in die Tasche greifen.
Um das etwas abzufedern arbeitete ich mehrere Jahre als "Grenzgänger" in Westberlin für DM.
Dann kam der 13. August 1961, es war aus mit Grenzgängerei und aus einer Stadt mit ihren engen familiären und sonstigen Bindungen und Beziehungen, wurden über Nacht zwei Städte, die nur durch eine Mauer getrennt, für ihre Bewohner aber Lichtjahre entfernt waren.

Zum Geburtstag habe ich ein Buch geschenkt bekommen, in dem ein Zeitzeuge diese ganze Zeit bis heute, aus der Sicht eines auch "Ost-Berliners" so beschreibt, wie er sie erlebt hat.

"Fliegeralarm, Politbüro und ALDI", so heißt das Buch, hat mich wieder an vieles erinnert.

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von priamos36 am 01.11.2020 um 12:38 Uhr  Legende ausblenden

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Mitglied: priamos36

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zuletzt aktualisiert am: Dienstag, den 24. November 2020